Man lernt nie aus: alles auf Anfang!

Wir sind beide schon einige Male gereist, sowohl zusammen, als auch getrennt voneinander, bevor wir uns kannten. Man könnte meinen, dass wir erfahren sind im Packen von Koffern, Verstauen von Dingen und Entscheiden, was wohin kommen soll. Diese Reise hat uns eines Besseren belehrt. Es war an der Zeit, Abschied von ein paar Dingen zu nehmen, die uns auf der Reise abhanden gekommen sind. Die einen fahrlässig, andere unfreiwillig und doch alle mir ihrer ganz eigenen Geschichte. Aber eins nach dem anderen.

Wir haben diese Fahrt lange Zeit geplant: von den Eltern in Rengo ausgehend mit dem Auto in 2 Tagen bis nach Ensenada zu einem Freund, dann mit dem Flugzeug nach Punta Arenas und anschließend innerhalb von 2 Tagen bis nach Ushuaia, Argentinien. Kurze Zeit später das ganze zurück bis Punta Arenas, dort ein paar Tage bleiben und schlussendlich den ganzen Weg zurück bis nach Rengo. Mehrere tausend Kilometer müssen wir dabei hinter uns lassen und das alles in der Ungewissheit, wie Theo unseren Plan finden wird. Bisher hatte er kein Problem mit uns im Auto zu fahren, also mussten wir es einfach versuchen. Wir haben uns vorab die Köpfe zerbrochen, ob das zu viel ist, ob er das mitmacht oder ob wir lieber einen anderen Plan verfolgen sollten. Doch alles Spekulieren half nix, wir wollten es versuchen. Schließlich lernen wir so von- und miteinander als Familie. Im schlimmsten Fall würden wir einfach ewig brauchen, da wir etliche Pausen einlegen. Sobald wir losgefahren sind, gäbe es kein Zurück mehr. Denn die Eckdaten der Reise waren geplant. Und auch wenn man unterwegs nach Ushuaia feststellt, dass er das nicht mitmacht, so liegen entweder kilometerweit Pampa vor oder hinter uns, bis wir etwas anderes zu sehen bekommen.

Unser erster Stopp führte uns nach Pitrufquén, ein kleiner

Ort ähnlich anderer touristischer Städte. Dort führt ein Fluss hindurch, welchen wir am selben Abend noch besuchten. Lange Zeit saßen wir im Auto und wir wollten uns einfach ein wenig die Beine vertreten. Theo schlief in der Trage an meinem Rücken befestigt friedlich vor sich hin. Aufregend und lang war diese erste Etappe und doch hat alles super gut geklappt. Nach der Nacht in der Hütte fuhren wir weiter bis zum Lago Llanquihue. Ich habe in den letzten Wochen ein Buch über die deutschen Einwanderer in Chile im 18. Jahrhundert gelesen. Da war dieser See der Dreh- und Angelpunkt der sich aufbauenden Kolonie. Es war irgendwie aufregend dort entlang zu fahren, auch wenn ich weiß, dass die meisten Personen des Romans frei erfundene Charakterer sind. So sind jedoch die Eckdaten, die Schwierigkeiten, die ihnen am Anfang begegnet sind, auf Basis realer Ereignisse geschildert. Und diese Bilder liefen immer wieder vor meinem inneren Auge ab, als wir am See ankamen. Der Weg dahin war etwas beschwerlich. Wir wollten nach Ensenada, um bei einem Freund von Sergio ein paar Tage zu bleiben. Wir sind am Tag zuvor extra weit

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Blick auf den Osorno vom Grunstück aus

gefahren, damit wir am nächsten Tag nur ein vergleichsweise kurzes Stück Weg hinter uns bringen müssen. Jedoch gab es auf der Autobahn einen riesigen Unfall, der eine fette Umleitung über Schotterstraßen mit vor sich hinschleichenden LKW’s zur Folge hatte. Anschließend wurde der Weg nach Enseanda gesperrt, da sie an einer Brücke arbeiteten und anstatt eine Ausweichmöglichkeit zu schaffen lieber gleich beide Richtungen in einem Abwasch neu machen. Ein Hinweisschild, dass die Brücke nicht befahrbar ist, gab es auch nicht wirklich. Eine Umleitung sschon gar nicht. Und so irrten wir eine Weile durch die Landschaft, den Blick fest auf die Tankanzeige geheftet, die bereits bedrohlich zu blinken begann. Berg rauf, Berg runter – so schnell sich die Höhenunterschiede ändert, so rasant sank der Tankfüllstand. Bis wir letztendlich bei der Prognose von Sprit für noch 10 verbleibende Kilometer ankamen. Wir blieben stehen. Am Berg. Google Maps verriet uns, dass es in 6km eine Tankstelle geben soll. Also los, ein Versuch war es wert. Was hätten wir dort stehen sollen? Die Tankstelle in 6km sollte in Ensenada sein, also hätten wir dann wenigstens unser Ziel erreicht und würden nicht irgendwo im nirgendwo rumstehen. Auto an, Gang rein, Losfahren. Der Tankfüllstand sank nun schneller, als es vorher der Fall war. Und so zeigte uns das Auto innerhalb weniger Minuten an, dass wir kein Benzin mehr hatten. Nix. Und wir rollten weiter den Berg runter und fuhren den nächsten Hügel wieder hinauf. Serpentine für Serpentine. Mindestens 10 Minuten kurvten wir um den Lago Llanquihue herum, obwohl wir kein Benzin mehr hatten. Ortseingangsschild Ensenada. Tankstelle. Ein Glück. Niemals zuvor sind wir mit leerem Tank gefahren. Die beiden Straßensperrungen haben unsere Anreise beim Freund eindeutig spannend gemacht. Und am Ende wurden wir mit einem spektakulären Blick auf den Vulkan Osorno belohnt. Wir blieben 2 Nächte bei ihm, waren gemeinsam wandern, haben gekocht und geschwatzt. Von ihm aus sind wir zum Flughafen gefahren und erlebten eine große Überraschung.

Vorab in Rengo kauften wir eine Gasflasche für den Campingkocher. Diese packten wir in den Koffer, um ihn beim Check-in aufzugeben. Am Flughafen angekommen gaben wir unser Gepäck auf und waren gerade dabei in Richtung Gate zu gehen, da wurde mein Name aufgerufen. Ich solle bitte zurück kommen und meinen Rucksack öffnen. Die Gasflasche darf nicht mit. Das war uns neu. Beschämt verließen wir den Bereich, froh, dass wir diesen Aufruf gehört haben, sonst hätten sie mein Gepäck aus dem Verkehr gezogen und vernichtet. Und während wir uns bei der Anreise in Chile Gedanken gemacht haben, die Kleidung von allen drei auf beide Rucksäcke zu verteilen, so wären in dem Fall Theo und ich ohne Kleidung geblieben. Alle Sachen von Sergio waren in seinem Rucksack. Bei der Kontrolle des Handgepäcks die nächste – naj , eine Überraschung war es nicht. Einfach eine Dummheit. „Bitte öffnen Sie ihren Koffer!“, sagte die Frau am Laufband. „Haben Sie Messer dabei?“ In der Eile beim Einpacken verstaute Sergio unser Besteck im Handgepäck. Während wir also die Gabeln mitnehmen durften, wurden uns die Messer entzogen. Ärgerlich das ganze und wirklich einfach nur dämlich. Aber gut, passiert. Uns ist einfach bewusst geworden, dass wir beide unglaublich aufmerksam sind, dass wir ausreichend Dinge für den kleinen Mann dabei haben. Dabei sind wir zwei einfach hinten runter gefallen. Und somit verließen uns bis zu diesem Teil der Reise ein paar Liter Benzin, eine Propangas-Flasche und zwei Steakmesser. Auf Wiedersehen!

Beim Gang zum Gate erschien auf der Anzeige der Hinweis, dass unser Flug eine Stunde Verspätung hat. Unsere Weiterreise mit dem Mietwagen an dem Abend verzögerte sich also. Wir kamen somit nach 19Uhr in Punta Arenas an und mussten noch mindestens zweieinhalb Stunden bis San Gregorio fahren. Wir wollten den langen Weg bis nach Ushuaia ein wenig abkürzen und buchten eine Nacht in einem Hostel im Nirgendwo.

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hinter unserem Haus in Ushuaia

Zwischen Punta Arenas und San Gregorio ist nichts. Und danach auch lange nichts, außer die Fähre über die Magellanstraße. Und dann gähnende Leere. Und der Grenzübergang. Bis Ushuaia brauchten wir mindestens 6 Stunden von San Gregorio aus. Im Landeanflug von Punta Arenas wurde klar, dass der Kapitän bewusst etwas von 80km/h Windgeschwindigkeit erzählte. Die gingen nicht spurlos am Flugzeug vorüber. Hin und her wackelte der Blechvogel und erschwerte die Landung damit deutlich. Und das noch nicht genug: das Bodenpersonal konnte die Koffer nicht ausladen. Die Klappe des Flugzeugs ließ sich nicht öffnen, zu windig war es draußen. Sie musste das Flugzeug umparken und so warteten wir eine Stunde, bis endlich unsere Koffer entladen werden konnten. Während der Zeit stand Arturo vor dem abgesperrten Bereich und wartete darauf, uns den Mietwagen zu übergeben. Sergio ging also bereits vor die Tür und wollte den Papierkram mit ihm erledigen. Und wie Arturo bewusst wurde, dass wir am selben Abend noch in Richtung Argentinien aufbrechen, gestand er, den Passierschein fürs Ausland im Büro vergessen zu haben. Er wollte uns diesen morgen geben, meinte er. Nachdem er sich rasant verabschiedete, um das Dokument im Büro zu holen, wurden unsere Koffer entladen. Und so standen wir in der Wartehalle des Flughafens und hofften, dass er bald zurückkäme. Es war bereits neun Uhr abends, als wir unter erschwerten, stürmischen Bedigungen das Auto beluden und gen San Gregorio aufbrachen. Mit dem Lenkrad fest in der Hand wussten wir nur, dass wir etwa 23:30 Uhr ankommen würde, niemand mehr wach sein wird, um uns in Empfang zu nehmen und unswere Hütte die Nummer 4 besitzt und ein blaues Dach hat. Großartig. Finde ein blaues Dach um 23:30 Uhr in der Nacht, haben wir uns gedacht. Stockfinster wird es sein. Doch da haben wir uns geirrt. Wir befanden uns so weit im Süden, dass es bis 23:00 Uhr taghell war. Die windige Autofahrt war demnach nicht zappenduster. Immerhin was. Angekommen in der Hütte 4 mit dem blauen Dach genossen wir unsere Erdnüsse, die uns als Abendbrot dienten und fielen anschließend ins Bett.

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vollkommen fasziniert von allen Tieren

Spät erwacht am nächsten Morgen frühstückten wir schnell und fuhren sofort weiter. Nach wie vor war es windig, wodurch die Fahrt über die Magellenstraße ziemlich schwankend verlief. Anschließend setzten wir unseren Weg fort durch das Nichts. Vorbei an lamaähnlichen Tieren, durch hügelige Landschaften und mit einem großen Nichts hinter der Frontscheibe. Eine trostlose Landschaft, die gleichzeitig unglaublich schön war. Uns begegneten Radfahrer, vor denen wir den Hut zogen. Wir überholten viele LKW ’s und nahmen schlussendlich einen Tramper vor der argentinischen Grenze mit. Cristian. Er wolle weg aus Buenos Aires. Da ist es ihm langsam zu gefährlich, erklärte er uns. In Rio Grande wohnt seine Schwester, da will er Arbeit suchen, meinte er zu uns. Wir passierten also gemeinsam die Grenze, oftmals schweigend, denn viel zu erzählen hatte Cristian nicht. Das fanden wir etwas schade, jedoch stellte sich am Ende heraus, dass das Eis einfach noch gebrochen werden musste. Uns fehlte eine gemeinsame Geschichte, die das erzählen lohnt. Doch auch diese ließ nicht lange auf sich warten: hinter der argentinischen Grenze fiel uns ein (wir hatten schließlich aus früheren Situationen gelernt), dass wir unbedingt tanken müssen. Die Tankstelle, die wir auf chilenischer Seite anfuhren, hatte kein Benzin mehr. Wir nahmen also die kleine Tankstelle direkt am Grenzübergang und fühlten uns auf der sicheren Seite. Wie der Mann nach und nach Benzin reinlaufen ließ, fragte ihn Sergio, ob man mit Karte zahlen könne. „Nein!“, meinte dieser. „Ok Stopp, wir haben keine Argentinischen Peso!“, sagte Sergio schnell und er ließ weiter laufen. „Stopp, habe ich gesagt“, schallte es lauter von draußen ins Auto. Doch nichts tat sich. „Hallo, hören Sie? Wir haben kein Geld dabei. Hören Sie auf in das Auto zu tanken!“, wurde er deutlicher und der Mann hörte auf. Ich weiß nicht mehr wieviel er tankte, doch er wollte uns nicht fahren lassen. Wir saßen fest. Am Grenzübergang war Geldwechsel nicht möglich. Niemand konnte uns helfen. Unser Begleiter Cristian hatet zu wenig Geld dabei. „Lass uns verhandeln“, sagte er zu Sergio. Und so stapften die beiden zum Tankstellenwart und verhandelten. „Auf dem Rückweg zahlen wir die Differenz“, war die Abmachung. Dabei handelte es sich um keine 5 Euro. Und wir konnten losfahren. An dieser Stelle spare ich mir zu erklären, warum wir am Ende nicht zurück gefahren sind, um die Differenz zu zahlen.

Nach dieser Geschichte verband uns mit Cristian etwas. Die Gespräche kamen Stück für Stück ins Rollen und er berichtete mehr von sich und seiner Lebenswelt. Wir setzten ihn in Rio Grande bei seiner Schwester ab, zahlten unsere Schulden zurück und düsten so schnell wie möglich in Richtung Ushuaia. Zu lange waren wir schon unterwegs, wir wollten einfach nur noch ankommen. Wir genossen dort ein paar ruhige Tage, ohne das Auto auch nur einmal zu betreten. Wir sparten uns das Geld uns in überfüllte, überteuerte Touren zu Pinguinen zu quetschen. Wir waren einfach nur als Familie dort und ließen die Stadt auf uns wirken. Bis wir schließlich wieder zurück fuhren, das Licht am Auto anließen und sich die Batterie entlud. Was blieb uns eigentlich noch nicht erspart auf dieser Reise?

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Wir sind beide über 30, haben etliche Länder dieser Welt besucht, diverse Typen Autos gefahren und trotzdem huschen wir von einer Dummheit in die nächste. Ich bekam langsam den Eindruck, dass Reisen mit Kind noch einmal alles auf Anfang setzt. Als wäre das die erste Reise. So haben wir uns jedenfalls gefühlt. Schusselfehler, Dummheiten und peinliche Details. Wir greifen uns an den Kopf, lachen darüber und sind froh, dass alles gut gegangen ist. Wir sind immer ruhig geblieben, haben einen kühlen Kopf bewahrt und sind aus jeder einzelnen Situation entspannt raus gegangen. Nach diesen zwei Wochen reisen ist uns nun klar, dass Theo das ganz gut verträgt, wir ein gutes Gespür für ihn haben und ausreichend Stopps einlegen, damit wir uns alle die Beine vertreten und Abstand vom Auto gewinnen können. Man merkte, dass der kleine Mann sofort aufgeregt wurde und sich bewegen wollte, sobald er den Kindersitz verlassen hat. Er erträgt das angeschnallt sein meist ohne Gemecker. Sobald er frei ist, zeigt er, dass er die Bewegung genießt. Er freut sich über jede Kleinigkeit, strampelt mit den Beinen hin und her und watschelt aufgeregt zu jeder Kleinigkeit, die ihm über den Weg läuft. Nun sind wir wieder bei den Eltern in Rengo, bereiten uns auf den ersten Geburtstag, Weihnachten, eine Hochzeit und die Neujahrsfeier vor. Klingt spannend? Ich werde berichten.

Lebe Dein Leben und nimm Dein Kind mit

Wir sind auf der Ruta 5 unterwegs, der größten Autobahn des Landes. Sie durchstreift Chile einmal von Nord nach Süd bis zum Beginn von Patagonien. Als Beifahrerin lasse ich die Landschaft an mir vorbei streichen und erinnere mich an vielen kleine Dinge, die einmal so normal in mein Alltag waren.

So begegnen wir beispielsweise Autos, die frei Schnauze beladen und bis oben hin voll bepackt sind. Keine großartigen Kisten, die alles sicher verstauen, sondern einfach so. Wir überholen Busse der Firma Turbus – eine der bekanntesten Agenturen für Busreisen des Landes. Ich kann mir kein bequemeres Reisen vorstellen, kein Flixbus kann da mithalten. Wir halten an Raststätten, die saubere Toiletten haben, auch ohne dass wir ein paar Münzen einwerfen, eine Schranke passieren und am Ende etwas einkaufen müssen, um anstatt 70 Cent nur 20 Cent zu zahlen.

Wir passieren eine Abfahrt nach der anderen, teilweise mit kleinen Bushaltestellen für die Pendler. Sofern es kein Häuschen gibt, stehen die Reisenden unter Brücken im Schatten oder direkt in der Sonne am Straßenrand und warten auf den Bus.

Ich blicke auf Schüler*innen in ihren Uniformen, streunende Hunde und auch schmutzige Straßenzüge. Ich erfreue mich an energievollen Unterhaltungen, Musik in den öffentlichen Verkehrsmitteln und zwei Frauen, die bei einem Sitz-Konzert ganz selbstverständlich in der ersten Reihe zur Musik tanzen.

Latinoamerika, so kenne ich Dich. So liebe ich Dich.

Nach einem ersten Verschnaufen bei den Großeltern und etwas Schnupfen für den Kleinen und mich selbst, starten wir nun unseren ersten Urlaub in Richtung Punta Arenas und Ushuaia. Mit dem Auto lassen wir den ersten Teil bis Puerto Montt hinter uns, dann geht’s weiter im Flugzeug nach Punta Arenas und von dort aus mit dem Auto bis Ushuaia (Argentinien). Die mehreren tausend Kilometer, die wir insgesamt bestreiten, teilen wir in zwei Wochen auf. Bis dann wollen wir zurück sein und Theos ersten Geburtstag feiern. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass dieses Datum einige Veränderung mit sich bringt. Der Schlaf am Vormittag brachte in letzter Zeit nur Kampf mit sich. Mit Händen und Füßen, mit all seiner Kraft hat er sich gegen den Schlaf gewehrt. Zu spannend sind draußen im Garten die Hunde und Verwandten, alle Geräusche und Gerüche, alle Geschmäcker und Gespräche. Nach dem dritten Tag mit schmerzenden Handgelenken kam ich an meine Grenze. Wir mussten etwas ändern: kein Vormittagsschläfchen mehr. Wohin führt uns das? Es besteht ein Risiko, dass er quengelig in schlecht gelaunt die Zeit verbringt, doch das mussten wir ausprobieren. Uns ich kann sagen, bis jetzt bringt diese Neuerung einen langen und ausgiebigen Mittagsschlaf mit sich. So auch jetzt im Auto, wodurch wir gut vorankommen.

Ein Jahr alt zu sein bedeutet auch, dass er kein Baby mehr ist. Er wird zum Kleinkind. Jeder Schritt, den er neuerdings an der Hand gestützt macht, belegt genau diese Entwicklungsstufe. Mit ein wenig Wehleid und auch Stolz begleite ich diese Schritte. Wir können zukünftig auf Spielplätze oder im Wald auf Erkundungstour gehen. Wir können auf Bäume klettern und ich kann Dir die Welt zu Fuß zeigen. Es heißt aber auch, dass wir ab jetzt ganz genau aufpassen müssen, wohin Du gehst. Aufpassen, wonach Du greifst, was Dich interessiert und wen Du anlächelst. Damit sind die Zeiten vorbei, in denen Du stillschweigend in der Ecke gespielt hast und dort liegen bleibst, wo ich Dich abgelegt habe. Und so sehr diese neue Entwicklung auch zur Herausforderung wird, so sehr freue ich mich genau auf diese Zeit mit Dir. Jede Etappe bringt ihren Charme mit sich. So auch diese: auf wackeligen Beinen stolperst Du voran, mit einem breiten Lächeln im Gesicht und hoch erhobenen hand zum Gruß an die vorbei ziehenden Gestalten. So freundlich und neugierig bist Du, behalte das bei. Es steht Dir gut.

In Pitrufquén angekommen machen wir Pause. Eine Nacht bleibt uns, 600km liegen hinter uns. Wie im Flug sind sie vergangen und Du hast auch diesen Weg kaum meckernd mit uns bestritten. Ich freue mich, dass der Grundsatz „Lebe Dein Leben und nimm Dein Kind mit“ an dieser Stelle aufgeht. Nun ruh Dich aus, morgen gibt es wieder viel Neues zu entdecken.

Nimm Dir Zeit!

In den letzten Wochen hast Du viel Unruhe erlebt. In Deinem zukünftigen Kinderzimmer stapelten sich Kleidung und Mitbringsel. Eine Ansammlung von To-Do-Listen wurde in der Küche festgepinnt – ein Punkt nach dem anderen abgestrichen, andere wiederrum hinzugefügt. „Irgendwas passiert hier!“, magst Du Dir vielleicht gedacht haben. „Warum kann ich den Zettel nicht haben?“, hast Du Dich geärgert. Einordnen konntest Du das Geschehen mit Sicherheit nicht. Hast es so hingenommen, wie es war und genossen, wenn wir zu Hause gespielt haben oder Deine Freunde trafen.

Erinnerst Du Dich noch an unseren Umzug nach Leipzig? Die vielen Kisten, die leeren Schränke, etliche Personen, die rein und raus liefen und die Wohnung in Potsdam Stück für Stück leer räumten. Eingeschlafen bist Du, so aufregend war das alles. Und als Du aufgewacht bist, war plötzlich alles anders. Eine andere Wohnung, andere Stadt, ein anderes Umfeld. Wie mag es sich wohl dieses Mal für Dich angefühlt haben? Einschlafen, aufwachen und plötzlich sind es 30 Grad, anstatt 12, wie gestern noch. Plötzlich ist um Dich rum alles anders: andere Menschen, andere Sprache, anderer Geruch. Und die Leute aus dem Handy stehen auf einmal vor Dir, während die, die sonst öfter vor Dir standen, nun aus dem Handy heraus Dich anlächeln.

Wir haben uns etliche Gedanken gemacht, wie wir es Dir so angenehm wie möglich gestalten können. Keine Schmerzen bei Start und Landung, ausreichend Ruhe zum Schlafen finden, die vielen Eindrücke gut verarbeiten können. Uns blieben nur Spekulationen und das Schmieden von Plänen. Eine definitive Antwort blieb vorerst aus. Bis zum Tag der Abreise! Ein langer Weg lag vor uns: insgesamt 26,5 Stunden von unserer Haustür bis zum Verlassen des Flugzeugs. Und Du kleiner Mann musst mit, ohne zu verstehen warum das alles. Wie unfair ist es doch manchmal, dass Du Dich nicht ausdrücken kannst, nicht rufen kannst „STOPP! Ich will das nicht!“. Nicht fragen kannst „Was ist hier los? Wo fahren wir hin?“ Aber glaube mir, es kommt die Zeit, da hast Du diese Fähigkeiten, kannst Dich mitteilen, uns mit Worten wissen lassen, was Dich stört, Dich belastet und beschäftigt. Und auch wenn wir dann in Ruhe darüber sprechen können, so führt kein Weg daran vorbei: auch dann wirst Du mit uns diese lange Reise auf Dich nehmen. Denn Oma und Opa, Onkel und Tante und die Uroma wohnen weit weg. Auf der anderen Seite des Atlantiks. Du wirst es sicherlich verstehen, wirst vermutlich ausreichend abgelenkt von den vielen Trickfilmen im Flugzeug seelenruhig schlafen und Deinen chilenischen Verwandten beim Wiedersehen freudig in die Arme laufen. Nur jetzt noch nicht. Jetzt ist alles komisch und Du brauchst Zeit, Dich daran zu gewöhnen. Wir geben Dir diese Zeit und sind bis dahin an Deiner Seite. Geben Dir Halt und nehmen Dich ernst. Mach Dir keine Gedanken, wir sind für Dich da.img-20181127-wa0009530032146.jpg

Mich persönlich hat gefreut, dass wir lange Wartezeiten auf der ganzen Reise umgehen konnten. Präferenz hier, bevorzugte Behandlung da. Für Familien wird versucht, alles so unkompliziert und angenehm wie möglich zu gestalten. Als erstes ins Flugzeug einsteigen. Ein Babybett, welches man in die Wand vor sich einhaken kann. Eine separate Warteschlange beim Kontrollieren der Pässe und Durchleuchten der Koffer. All das hat uns viel Zeit erspart und das dünne Nervenkostüm entlastet. Und auch wenn wir im Endeffekt weniger Zeit mit administrativen Dingen verbrachten, als andere Passagiere, so wurde die Zeit irgendwann lang. Raus wolltest Du. Das Bett ist nicht besonders groß, angeschnallt musstest Du auch sein. An Umdrehen war dabei nicht zu denken. Komplett übermüdet bist Du irgendwann eingechlafen und wir mit Dir. Von 14 Stunden direktem Flug haben wir insgesamt etwa an die 6 Stunden die Augen geschllossen. Kein Passagier drumherum hat sich beschwert. Du hast alle angestrahlt, wenig geweint und genügsam die Situation ertragen, wie sie war. Wir waren bei Dir, alles andere schien erstmal nicht bedenkenswert – in den meisten Fällen.

Angekommen in der Wärme fielen wir der Familie in die Arme, ein lang ersehntes Wiedersehen untermalt mit Tränen der Freude. Laut und wuselig wurde es um Dich herum. Unruhe, die Dich nicht entspannen ließ. Nicht mehr als eine Stunde hast Du den Tag über geschlafen und bist buchstäblich umgefallen, als es an den Nachtschlaf ging. 4 Stunden Zeitdifferenz. So lang hast Du durchgehalten, um am Morgen 4:30 Uhr mit glühendem Kopf aufzuwachen. 38,9°! Fieber. Die lange Reise hinterließ Spuren. Auch in der zweiten Nacht hast Du Fieber, schläfst jedoch lang am nächsten Morgen. Holst nach, was Dir gefehlt hat und wir mit Dir. Stück für Stück gewöhnst Du Dich an das neue Umfeld und erkundest die vielen Spielsachen, die hier für Dich gesammelt wurden. Nur die vielen unbekannten Menschen, die darauf warteten, dich endlich kennenzulernen, die freudig strahlend auf Dich zukommen, Dich streicheln und umarmen wollen, die kannst Du noch nicht einordnen. Zu viel ist es Dir oftmals. Du lehnst den Kopf auf meine Schulter, versteckst Dein Gesicht in meinem T-Shirt und verziehst das Gesicht. Es ist ok, nimm Dir Zeit. Gewöhn Dich an alles in Deinem Tempo. Du wirst noch viele Leute treffen, die sich auf Dich freuen. Und sie alle verstehen, dass Du Zeit brauchst. Du bekommst sie, jeden Tag auf’s Neue!

Da sein.

Es sind ganz pragmatische Gründe, die mich nach Chile geführt haben. Ich habe Spanisch im Nebenfach studiert und wollte nach meinem Abschluß unbedingt an meinen Sprachfähigkeiten arbeiten. Ich wollte nicht direkt arbeiten, sondern erst einmal was anderes machen. Ich hatte Angst davor einfach allein zu reisen, also habe ich mich einer Organisation angeschlossen und bin als Freiwillige ins Ausland gegangen. Mein Traum war zu der Zeit im Bereich Streetwork zu arbeiten. Um diesem Traum ein Stück näher zu kommen, wollte ich ähnliche Projekte im Ausland ins Auge fassen und Erfahrungen sammeln. Ich suchte das Land also anhand der Projekte aus. Nur Brasilien kam nicht in Frage, ansonsten reizte mich ganz Lateinamerika. „Wieso nicht Spanien?“ Das Frewilligenprogramm schrieb vor, dass der Deutsche Bund meinen Flug bezahlt. Zur damaligen Zeit waren Flüg nach Spanien mega billig. Einmal einen Flug nach Lateinamerika bezahlen zu können war für mich undenkbar. Also nahm ich die chance wahr und wollte weit weg. Meine Grenze finden wollte ich. Was anderes machen und auf mich gestellt sein. Mich ausprobieren in der Welt.1601_10201013988608578_1864481182_n

Ich habe mir diverse Projekte angeschaut. Anfangs wollte ich nach Mexiko, um mit ehemaligen Bandenkids zu arbeiten. Meine Freunde sahen mich schief an und meinten: „Such von uns aus Deine Grenze, aber geh nicht gleich auf’s Ganze!“ Ich kam ins Zweifeln. Kleinere Schritte also. Ich wollte keine Gastfamilie. Ich hatte bereits 7 Jahre in einer WG gelebt und wollte nicht zurück in einen familiären Haushalt mit anderen Regeln, als ich sie mir vielleicht auferlegen würde. Ich wollte mein Ding machen. Ich wollte Streetworkerin in Lateinamerika sein, in einer WG leben und Spanisch lernen. Nach ein paar Suchanläufen fand ich ein Projekt in Chile. Im Hintergrund stand, dass man bereits eine Ausbildung im sozialen Bereich absolviert haben sollte. Das passte perfekt. Ich bekam finanzielle Unterstützung, um einen eigenen Haushalt zu führen und reiste nach intensiver Vorbereitung am 1. September 2012 aus. Ich flog mit zwei anderen Mitfreiwilligen von Frankfurt aus. Wir lebten alle in der gleichen Stadt, jedoch war uns von Anfang an wichtig, dass jeder sein Leben lebt. Wir wollten spanisch lernen, Anschluß finden und nicht nur unter Deutschen sein. In Valparaiso, unserer neuen Heimat, angekommen, trennten sich unsere Wege. Jeder ging in seine vorab organisierte Wohnung. Uns verband eine Frau, die uns als Mentorin zugeteilt worden war. Mit ihr trafen wir uns im Laufe des Jahres zu viert und tauschten uns aus.

Nun ist es 6 Jahre her, dass ich nach Valparaiso gezogen bin. Während diese damalige Ausreise für mich eine Erfahrung darstellen sollte, ist sie heute für mich Teil meines Lebens. Ich habe Familie dort. Ich habe viele Erinnerungen dort gelassen. Ich habe dort Freunde gefunden und meinen Mann kennengelernt. Ich habe ein Stück meines Herzens in Chile gelassen und kann immer wieder zurück gehen, um es zu füttern.

537223_10200639125237228_1631449014_nMorgen, nach knapp drei Jahren, mache ich mich wieder auf den Weg. Seit Wochen befinde ich mich in einer Wartehaltung. Warten darauf, dass es endlich losgeht. Dass wir voll bepackt in die Tram zum Bahnhof steigen. Dass der Flieger abhebt und wir endgültig nicht mehr spekulieren müssen, wie der Kleine das Fliegen findet. Wir erleben es in dem Moment. Doch wenn ich ehrlich bin, warten wir nur auf eins: Aussteigen, Ankommen, Umarmen, da sein. Einfach da sein. Im Sommer, in Chile, bei der Familie. Ich erinnere mich an dieses Gefühl, als wir das letzte Mal am Flughafen in den Bus zur Familie stiegen. Diese Fahrt weckte so viele Erinnerungen. Diese Landschaft ließ mich wieder zurück blicken. Drei Jahre, seitdem wir das letzte Mal dort waren. Wir haben viel erlebt in der Zeit: zwei Menschen sind gegangen, einer ist gekommen. Es wurde geheiratet und gefeiert. Wir haben gelacht und geweint. Wir haben viel Zeit zusammen und auch einige Zeit getrennt voneinander verbracht. Es sind neue Freunde hinzu gekommen und alte haben wir ziehen lassen.

Nun, wieder drei Jahre später, wird es anders werden. Wir steigen nicht in den Bus, wir werden abgeholt. Wir reisen nicht zu zweit, sondern zu dritt. Wir bringen mehr mit, haben uns anders vorbereitet. Wir werden reisen. Wir haben viel Zeit im Gepäck, mehr als jemals zuvor. Und doch bleibt eines am Ende gleich: das Gefühl beim Verlassen des Fugzeugs. Da sein. In Chile.

Was ist da los?

Der Sommer ist vorbei und damit auch die Möglichkeit, sich im Park oder am See auf die Wiese zu setzen und das warme Wetter zu genießen. Auch wenn der Boden noch keinen Frost erlebt hat, so ist es doch insbesondere für Babies nicht ratsam, sie lang auf dem Boden liegen oder sitzen zu lassen. Da unser Wurm noch nicht auf zwei Beinen unterwegs ist, sondern kraftvoll über den Boden robbt, fällt ein Besuch im Park außerhalb des Wagens einfach flach. Um jedoch nicht ausschließlich in den eigenen vier Wänden zu verweilen, befürworte ich die Option, Cafés wahrzunehmen, die auch eine Ecke für die Kids eingeplant haben. Hier muss ich nicht meine Woohnung aufräumen, nachdem 3 Kinder ihre Spuren hinterlassen haben. Ich kümmere mich einfach darum die Spielsachen wieder zu verstauen und lasse meine Tasse jemand anderen abwaschen.

In Potsdam gab es bei uns in der Straße ein Café, welches bezogen auf die Größe des Ladens richtig viel Platz für die Kleinen eingeräumt hat. Das Ergebnis war, dass man insbesondere am Wochenende – vor allem wenn es draußen nass und/oder kalt war – mit mehr Lärm und Trubel im Geschäft rechnen musste. Ein Buch lesen und gemütlich den Kaffee dzu zu trinken war beinah nicht möglich. Unglaublich viele Familien waren anwesend. Kinder jede Alters stolperten durch das Café, spielten in allen Ecken und die Eltern genossen die Zeit dort sehr. Was mir daran nicht so gut gefallen hat, war, dass die Kids oftmals quer durch den Laden krabbelten und die Eltern sie einfach machen ließen. Als Kellner*in benötigte man Fingerspitzengefühl im Umgang mit dem Tablett, denn gleichzeitig der Blick zum Fußboden musste sitzen. Mein Mann hat eine zeitlang dort gearbeitet und ärgerte sich darüber, wenn die Kinder ihm zwischen den Füßen rumkrochen. Ich finde, es ist ein Luxus, wenn ich mein Kind außerhalb meiner eigenen vier Wände ablegen und gleichzeitig einen Kaffee genießen kann. Jedoch bin ich der Meinung, dass ich nach wie vor die Verantwortung trage und nicht einfach alle anderen jonglieren lasse. Seinen Ärger am Abend konnte ich gut nachvollziehen und somit hat er mich sensibilisiert, mehr darauf zu achten.

Ja, das Café war stets gut besucht – nun hat es leider geschlossen. In der Innenstadt Potsdams öffneten innerhalb des letzten Jahres noch zwei weitere Cafés. Sie bezeichneten sich selbst als „Eltern-Kind-Café“. Erst da habe ich diese Art des Konzeptes kennen und schätzen gelernt. Die Kombination aus selbst gebackenen Kuchen, optional dem Angebot zu frühstücken, einen Kaffee zu trinken und meine Kinder im geschützten Raum einer Spielecke beruhigt ablegen zu können, erschien mir als der Himmel auf Erden für alle Eltern. Klar, ohne Kind muss man sich nicht an sowas orientieren. Und während ich nun eindeutig schmerzfrei bin und den kleinen Mann überall ablegen würde, ohne mir da unnötig viele Gedanken zu machen, so finde ich es doch angenehmer, schlängelt er sich nicht zwischen tausend Füßen und Stühlen hindurch. Die beiden „Eltern-Kind-Cafés“ in Potsdam besaßen jeweils eine Spielecke und gern auch die Option, dass die Angestellten, sofern der Betrieb im Laden es zuließ, die Kinderbetreuung übernehmen. Letzteres ist mir nicht einmal wichtig. Aber die räumlich getrennte Spielecke von dem Bereich des regulären Café-Publikums ließ eine Vermischung nicht zu. Somit konnten die Mitarbeiter*innen entspannt den Blick an das Tablett haften und die Eltern ihre Kids machen lassen, sie beobachten oder mit in der Ecke sitzen und spielen. Ganz so, wie es ein jeder brauchte und wollte.

In Leipzig habe ich nun gelernt, wie luxuriös diese Art des Cafés tatsächlich ist. Während ich davon ausging, dass jede größere Stadt soetwas besitzt, wurde ich hier eines Besseren belehrt. Mehrere Male habe ich schon gesucht. Jedes Mal beim googlen bin ich auf ein Angebot gestoßen, habe mich gefreut, versucht mehr zu erfahren und bin am Ende enttäuscht darüber informiert worden, dass sie bereits geschlossen haben. Wie kann es sein, dass eine Stadt mit mehr als einer halben Million Einwohner*innen, einem unglaublichen Zuzug und einer enorm hohen Geburtenrate kein Angebot hat, wo sich Eltern entspannt zum Kaffee treffen können? Ist das Konzept nicht rentabel? Ich kann mir vorstellen, dass Muttis in Elternzeit stundenlang dort sitzen, an einem Kaffee schlürfen und den Platz für weitere Kundschaft und mehr Umsatz nicht frei machen. Ich kann mir vorstellen, dass dies ein Grund ist, warum sich spezielle Cafés für Familien nicht halten. Und doch finde ich es sehr schade. Jedes Mal, wenn ich einen Versuch starte, werde ich gnadenlos enttäuscht. Zuletzt an einem äußerst grauen und windigen Tag: ich wollte mich mit einer Freundin treffen. Sie schlug das Café vor, wir beide recherchierten. Es gab eine Seite bei Facebook. Eine Homepage noch dazu. Nirgends stand, dass es geschlossen wäre. Es sollte sogar Workshop-Angebote für Kids geben. Das klang für meine Freundin besonders spannend, denn sie hatte zwei Kinder und die Große war bereits 3. Als wir an der Adresse ankamen, standen wir vor einem Haus, welches derzeit komplett saniert wurde. Keine Bewohner*innen, kein Café, kein Schild mit einem Hinweis auf „Sorry, wir sind umgezogen/nicht mehr da/einfach verschwunden…“. Nix. Ein harter Schlag. Am Ende landeten wir im Theatercafé und machten den Laden voller Stühle und Menschen zu unserer Spielecke.

Was ist da los liebes Leipzig? Ich habe bisher ein einziges Café gefunden, welches für ein Verweilen mit kleinen Kindern geeignet ist. Jedoch sprechen die Preise gegen einen längeren Aufenthalt oder den Konsum mehrerer Angebote auf der Karte. Schade eigentlich. Und während wir hier in der Stadt echt happy sind, ist das ein großes Makel, welches mir bis heute nicht einleuchten will. Da bleibt nur noch „selber machen“, doch ist meinFrust noch nicht groß genug, als dass ich nun entscheiden würde, stolze Betreiberin eines „Eltern-Kind-Cafés“ zu werden. Lieber flüchte ich in 2 Wochen auf die sommerliche Südhalbkugel und umgehe das Krabbelalter im Herbst und Winter. Wenn wir zurück kommen, ist vielleicht schon ein aufrechter Spaziergang möglich.

der ganz normale Wahnsinn..

Mein Blog nennt sich „Wahnsinnsfamilie“. Warum? Weil ich über den ganz normalen Wahnsinn (m)einer Familie schreibe. Dazu zählen nicht ausschließlich Themen, die unser neuestes Familienmitglied betreffen, sondern auch Themen, die nur mich etwas angehen. So zum Beispiel der Wahnsinn auf den Straßen, der sich tagtäglich zwischen Rad- und Autofahrer*innen abspielt.

Ich bin hauptächlich mit dem Rad unterwegs, da wir bisher kein Auto besitzen. Jedoch weiß ich dadurch, wie entscheidend ein Blick über die Schulter ist. Wie wichtig es ist, nochmal genau hinzusehen, bevor ich abbiege. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn ein Auto hinter Dir drängelt, weil Du einfach nicht schnell genug bist. Ich weiß, dass manche Menschen nervös werden und lieber auf dem Fußweg fahren, wodurch der Wahnsinns-Kreislauf um eine Instanz erweitert werden kann: Füßgänger*innen. Ich weiß auch, wie nervig es sein kann, wenn ein Rad vor Dir schleicht oder einfach so um die Ecke geschossen kommt, ohne nach Dir Ausschau zu halten. All dieses Wissen, welches mich im Straßenverkehr bewegt, lässt mich nach wie vor erstaunen, was letzte Woche eigentlich im Kopf der Autofahrerin hinter mir vor sich ging.

Ich war mit dem Rad in einer Nebenstraße unterwegs. Ich bin rechts gefahren. Ich bin nicht sonderlich gerast, aber war ausreichend schnell, sodass man als

Autofahrer*in durchaus entspannt eine Weile hinter mir bleiben konnte. Ich habe gemerkt, dass ein Auto hinter mir ist, habe mich aber nicht bedrängt gefühlt. Die Straße ist so konstruiert, dass sie an einer Stelle enger wird. Dabei handelt es sich nur um einen minimalen Abschnitt der Straße. Kurz vor diesem Abschnitt habe ich das Auto hinter mir wahrgenommen. Während es nun gemütlich hinter mir her fuhr, solange die Straße ein Überholen möglich machte, schoss es genau dann sehr nah an mir vorbei, als wir zur „Engstelle“ kamen. Ich konnte es nicht fassen. Ich war kurzzeitig geschockt, denn der Abstand zwischen dem Wagen und mir war marginal. Ich empfand dieses Verhalten als eine Frechheit und fragte mich, was für ein ignoranter Typ das wohl war, der so rücksichtslos am engsten Punkt überholte. Als ich mich gefangen hatte, trat ich in die Pedale und nahm mir vor, den Wagen einzuholen und den Fahrer zur Rede zu stellen. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, bin ich tatsächlich davon ausgegangen, dass es sich um einen männlichen Fahrer handeln muss.

Wie das Auto so an der nächsten Kreuzung warten musste, gab ich ordentlich Gas und wollte mich daneben stellen. Als ich fast auf gleicher Höhe war, bog es ab und musste an einer roten Amel die Fußgänger*innen passieren lassen. Das war meine Chance: Ich klopfte an die Scheibe der Fahrerseite. Es blickte mich ein gelangweiltes und genervtes Gesicht einer Frau an. Sie weigerte sich vehement, die Fensterscheibe runter zu lassen. Sie versuchte mich zu ignorieren, doch ich blieb hartnäckig stehen. Ich klopfte erneut an die Scheibe und machte ihr durch eine kurbelnde Handbewegung deutlich, dass sie sich gefälligst mit mir auseinanderzusetzen hat. Sie verdrehte die Augen, leierte die Scheibe nach unten und hörte mir nicht einmal zu. Sie schnitt mir jedes Wort ab. Mein Versuch, ihr klar zu machen, dass sie eindeutig zu nah an mir vorbei gefahren sei und ich mich erschrocken habe, prallte an ihr ab. Ich wollte sie fragen, was sie sich dabei gedacht hat. Ich wollte ihr klar machen, dass sie nicht allein auf dieser Straße ist und noch 3 Sekunden hätte warten können, um an einer breiteren Stelle zu überholen. Dazu kam ich nicht. Ich sprach wie ein Wasserfall, während sie mich grimmig ansah und gleichzeit nur folgenden Satz zweimal wiederholte: „Auch Radfahrer sind Teilnehmer im Straßenverkehr!“. Dann schaltete die Ampel auf grün und sie verschwand im Straßenverkehr. Ich stand wie angewurzelt mitten auf der Fahrbahn und wusste gar nicht, was ich dazu sagen sollte. Kopfschttelnde schwang ich mich auf mein Rad. Innerlich kochte ich. Mir stieg das Blut in den Kopf, aber es gab keinen Pol, um mich abzureagieren. Mehr als ein wiederholtes, sprachloses „Pff!“ konnte ich nicht von mir geben. Was wollte sie mir damit sagen? An welcher Stelle habe ich mich falsch verhalten? Was gibt ihr das Recht, mich als Verkehrsteilnehmerin beinah von der Straße zu drängen? Ja, ich bin berechtigterweise auf den Straßen unterwegs. Und ich habe mich regelkonform verhalten. Ich bin keine der Radfahrer*innen, die eine rote Ampel ignoriert, nur weil sie auf zwei Rädern unterwegs ist. Ich stehe in der Schlange an der Ampel nicht zwingend ganz vorn, nur weil ich der Meinung bin, ich kann mich durchzwängen, denn ich bin ja schmal. Ich achte auf Verkehrszeichen und ich warte lieber einmal länger, als dass ich unüberlegt drauf los fahre. Und sie schaut mir tief in die Augen und macht mir Vorwürfe. Weswegen? Ich habe tatsächlich keine Ahnung. Eine Woche ist vergangen und ich weiß nicht, was ich in ihren Augen falsch gemacht habe. Und das ärgert mich. Wie wäre ihre Version der Geschichte? Ist sie auch nach Hause gefahren und hat ihrem Mann erzählt, dass sie eine ignorante Radfahrerin vor sich im Straßenverkehr hatte? Würde ihr Mann nicken und sagen: „Gut, dass Du sie an einer so schmalen Stelle überholt hast!“

Es ist Wahnsinn, was wir uns täglich antun müssen. Wir Autofahrer*innen, die ihre Augen überall haben müssen, weil Verkehrsteilnehmer*innen auf zwei Rädern einfach so auftauchen und über rote Ampeln fahren, weil sie glauben, sie haben das Recht dazu.

Es ist Wahnsinn, was wir Radfahrer*innen immer wieder erleben, während wir ohne faradayschen Käfig schutzlos den Abgasen und Launen der Autofahrer*innen ausgesetzt sind.

Es ist Wahnsinn, was wir Fußgänger*innen ertragen müssen, während sich Radfahrer*innen auf unseren Wegen durchschlängeln, um rote Ampeln zu umgehen oder drängelnden Autos auszuweichen.

Es ist Wahnsinn, dass wir alle glauben, wir wären im Recht. Macht die Augen auf. Nehmt Rücksicht und seid wachsam. Für jeden einzelnen von uns, der draußen unterwegs ist.

What to do and where to go

Gestern hat uns mein Schwiegervater eine Nachricht geschickt und gesagt: „Wir sehen uns nächsten Monat!“ Da kam ich kurz ins Stocken. Nächsten Monat verreisen wir schon!! Ganz bald geht’s los. Ok ok, jetzt ist Anfang Oktober und wir starten Ende November, aber es liegt definitiv kein Monat mehr zwischen jetzt und unserem Abflug. Nächsten Monat geht’s los. Das musste ich mir noch eine Weile durch den Kopf gehen lassen und habe es bis jetzt noch nicht realisiert. Ich finde es immer wieder unglaublich, wie schnell dieses Jahr bisher vergangen ist. Im März haben wir angefangen diesen Trip zu planen. Seitdem freut sich die ganze chilenische Familie, dass wir kommen. Und nun fehlt nicht mehr viel und wir werden dort sein. Auf der anderen Seite des Atlantiks. Am Pazifik. Im Sommer. Uns bleiben also noch 8 Wochen, um Strumpfhosen und feste Schuhe anzuziehen. 8 Wochen, in denen wir das Gefühl bekommen, dass hier kein Sommer mehr ist. Ich genieße den Herbst im Moment sehr und merke, wie ich es brauche Tee zu kochen, zu stricken und mit der Decke auf dem Sofa eingekuschelt zu sitzen. Ich könnte jetzt nicht gleich mit dem Sommer fortfahren. Diese Pause tut mir gerade richtig gut. Und bevor es zu eklig und kalt wird, packen wir unsere Rucksäcke mit Badesachen und Sandalen und fliegen in unseren zweiten Hochsommer.

In einem vorherigen Beitrag habe ich bereits davon gesprochen, wie wir uns Stück für Stück auf diese Zeit vorbereiten und was uns dabei wichtig ist zu beachten. Jetzt ist wieder etwas mehr Zeit vergangen und die Pläne nehmen Form an. In allererster Linie hilft mir in so vielen Situationen eine gute Übersicht. Immer wieder fallen uns beiden Dinge ein, die wir bis dahin noch machen müssen. Dinge, die wir nicht vergessen dürfen. Kleinigkeiten, die wir auf dem Schirm behalten müssen, um gut vorbereitet und mit ruhigem Gewissen abreisen zu können. Um den Überblick nicht zu verlieren, fertigen wir in solchen Situationen To-Do-Listen an. Letzte Woche kamen wir auf diese Idee. Jedoch waren wir zu faul, um uns vom Sofa zu erheben. Demnach wollten wir es auf’s Wochenende verschieben. Realistisch betrachtet war uns jedoch klar, dass wir dieses Vorhaben bis dahin wieder vergessen würden. Aufgrund einiger schlafloser Nächte in letzter Zeit ist unsere Aufmerksamkeitsspanne eindeutig verkürzt. Bevor wir also eine To-Do-Liste schreiben, auf der einzig und allein steht, dass wir am Wochenende eine To-Do-Liste schreiben müssen, fassten wir kurzerhand wichtige Stichpunkte auf Papier zusammen und klebten diesen Zettel an den Wandkalender. So ein Vorgehen ermöglicht uns stückweises Abarbeiten und Abstreichen bereits erledigter Punkte. Ebenso können über die Zeit hinweg noch weitere Aufgaben hinzukommen. Für uns hat sich diese Methode bewehrt: wir haben unsere Hochzeitsplanung genauso in Angriff genommen und auch die letzten Schritte vor dem Umzug auf diese Art und Weise getacktet. In beiden Fällen ist uns nichts durch die Lappen gegangen, demnach werden wir wohl immer wieder darauf zurückgreifen!

Wie ich nun also in der Küche stehe und mein Blick auf den Wandkalender gehaftet ist, rutsche ich weg von der To-Do-Liste und überfliege die kommenden 8 Wochen, die bis zum Abflug an uns vorbeirauschen. Während der Oktober nur leicht gefüllt ist mit ein zwei Terminen hier und da, reiht sich im November ein Eintrag an den anderen:

Unbenannt 3

„Alles nichts Weltbewegendes“, sagt Ihr! „Besuch hier, Babyschwimmen da. Mal ein Markt, noch schnell zum Arzt und ab ins Flugzeug!“ Ihr habt ja Recht. Und doch sollte nichts davon hinten runter rutschen. Denn nebenbei ist es wichtig für ausreichend Produkte zu sorgen, die im online-Shop der Firma meines Mannes während unserer Abwesenheit verkauft werden können. Bis Weihnachten ist schließlich nicht mehr viel Zeit. Sonst ist er mit „Wild Pudu“ regelmäßig auf Märkten vertreten und nutzt folglich die hohe Kaufkraft der Menschen. In diesem Jahr ist er gezwungen, sich auf das digitale Zeitalter und die Lust der Bevölkerung, Geschenke online zu ordern, zu verlassen. Mit Hilfe eines Freundes werden diese zum Käufer geschickt. Und obwohl ihm das etwas mehr Stress bereitet, so nimmt er diesen Preis gern in Kauf. Denn die Aussicht auf einen Sommer in Chile und viel Zeit mit seiner Familie, rechtfertigt alle Abwesenheit.

Sobald wir also unsere Freundin wieder verabschiedet, Babyschwimmen abgeschlossen und den (einzigen) Weihnachtsbasar hinter uns gebracht haben, steigen wir in den Zug zum Flughafen und starten am 27.11.18 die große Reise: zweieinhalb Monate mit Baby in Chile.

Während wir in Santiago de Chile am 28.11.18 aus dem Flugzeug steigen und umgehend unsere Trekkingschuhe und Fließjacken gegen Sandalen und T-Shirts eintauschen, warten die Großeltern wie auf heißen Kohlen hinter der Absperrung. „Ein schöneres Geburtstagsgeschenk kann ich mir nicht vorstellen!“, sagte der Opa. Bereits jetzt sind die ersten 5 Wochen im Land ordentlich durchgetacktet. Opas Geburtstag hier, Tante Vales Geburtstag da. Einmal Feuerland und zurück. Theos erster Geburtstag, im Anschluss sofort Weihnachten und eine Hochzeit obendrauf, bis wir an Silvester das Jahr sonnig ausklingen lassen:

Dezember 2018

Mit dem Auto der Eltern möchten wir direkt in der ersten Woche nach unserer Ankunft in Rüchtung Süden fahren. Von Rengo aus startend kommen wir ein paar Stops später in Puerto Montt an und fliegen von dort aus nach Punta Arenas. Bereits Puerto Montt kennzeichnet den Beginn der chilenischen Seite Patagoniens, Punta Arenas als südlichste Stadt des Landes stellt quasi dessen Ende dar. Letztens lasen wir in einem Artikel, dass Punta Arenas genau genommen die Mitte des Landes darstellt. Weit bis in die Antarktis hinein reicht chilenisches Territorium, eine Reise dorthin ist jedoch eher schwierig.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAEinigen von Euch ist die Region Punta Arenas sicherlich eher bekannt durch den Nationalpark „Torres del Paine“. Ich war im Jahr 2013 dort, als ich in Chile lebte. Heute hat sich dessen Besuch deutlich verändert. Man muss sich vorher anmelden, sozusagen seinen Aufenthalt reservieren. Und für den Fall, dass bereits zu viele Leute angemeldet sind, kommt man nicht rein. Ein solcher Hype wird um die zwei „Torres“ (dts.: Türme) gemacht, sodass ich mir vorstellen kann, dass man heute weniger gemütlich dort wandern gehen kann, als ich es damals erlebt habe. Mein Mann ist sehr daran interessiert dort auch mal zu sein. Die Landschaft ist beeindruckend, keine Frage. Jedoch ist Theo eindeutig zu klein, um diese Tour dieses Jahr anzugehen. Das heben wir uns also für später auf.

Vom Flughafen Punta Arenas aus mieten wir uns also ein Auto und fahren etwa 8 Stunden bis nach Ushuaia, die argentinische Seite Feuerlands. Mit dem Blick auf Pinguine gerichtet möchten wir dort insbesondere eher in einer einfachen Unterkunft unsere Zeit verbringen und die Natur auf uns wirken lassen. Der Gedanke, mehrere 100 EUR zu bezahlen, um zwischen Pinguinen auf deren Inselplatz spazieren zu gehen, widerstrebt uns vollkommen. Das Karte 1Geschäft mit den Attraktionen geht über den Rücken der pinguine hinweg, die sich sicherlich nicht immer darüber freuen, so viele Touren ertragen zu müssen. Nicht umsonst siedeln sie sich an Orten an, die eher zurückgezogen und kalt sind. Zurück in Punta Arenas nutzen wir ein paar Tage, um am „Cruz de Froward“, dem Ende des amerikanischen Kontinents, zu wandern oder auf den Spuren der ersten spanischen Siedler, die im Puerto del Hambre (dts.: Hafen des Hungers) aufgrund der kargen Vegetation jämmerlich verhungerten, zu reisen. Alles in allem haben wir ein Grundgerüst an Attraktionen geschaffen und die Unterkünfte gebucht. Was sich am Ende aus all dem entwickelt bleibt jedoch offen. Mit Blick auf das jüngste Mitglied unserer Familie kann ich sagen, dass er äußerst robust ist, sich an all unseren Aktivitäten erfreut und  viel mitmacht. Es ist jedoch schwierig zu prognostizieren, was in zwei Monaten ist. Vielleicht setzt ihm der Flug oder Klimawechsel. Vielleicht überfordern ihn die vielen vermeintlich fremden Menschen, die andere Sprache oder das Reisen an sich. Dann heißt es einen Gang zurück zu schrauben und den Plan abzuändern. Aber auch darauf sind wir vorbereitet und freuen uns auf das, was kommt.