Ene mene Brei.. !

Ich finde, es ist super schwer sich vorzustellen, wie sich ein Baby fühlt, wenn es zum ersten Mal etwas anderes zu sich nimmt, als Muttermilch. Oder als #Pre-Milch aus der Flasche, die ja sicherlich auch einen anderen Geschmack hat. In unserem Fall ist Theo ja von Anfang an damit aufgewachsen, dass es neben der Muttermilch auch noch Flaschenmilch gibt. Wie stark der Unterschied zwischen den beiden Varianten ist, kann ich gar nicht sagen. Ich habe weder das eine, noch das andere probiert. Ich erinnere mich aber daran, dass ich genau das vor hatte: Ich wollte probieren wie #Muttermilch schmeckt. Ich wollte wissen, was ich meinem Kind gebe und ob man einen großen Unterschied zu Milch aus dem Supermarkt feststellen kann. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, finde ich die Vorstellung, meine Muttermilch zu probieren – es geht ja schließlich nicht darum, dass ich ein ganzes Glas trinke – etwas abstoßend.

Bis heute begleitet uns das Thema „Essen“ sehr extrem. Angefangen als Neugeborenes mit Sonde und Flaschenmilch, danach der Versuch ihn voll zu stillen und festzustellen, dass er abnimmt bis hin zu dem Status, dass er gestillt und über die Brust geichzeitig zugefüttert wird. Wie dieses #Brusternährungsstes funktioniert, erkläre ich Euch gern in einem anderen Beitrag.  Heute geht es mir darum über die ersten Schritte der #Beikost zu schreiben. Meine #Stillberaterin hat mir gesagt, dass die Einführung von Beikost der einzige Bereich im Leben eines #Frühchens ist, bei dem man keinen Unterschied zwischen korrigiertem und realen Alter macht. Normalerweise ist es, dass man im Leben mit einem Frügeborenen stets zwei Zeiträume im Blick hat: den des errechnetem Geburttermins und den Zeitpunkt der eigentlichen Geburt, der Geburtstag also. Da Theo 6 Wochen zu früh kam rechne ich also stets 6 Wochen zurück, um ungefähr zu wissen, welchen Entwicklungssprung er im Moment durchlebt. In Sachen Beikostreife rechnet man nicht zurück. Es heißt, dass ein Kind mit 16 Wochen Beikost bekommen kann. Die #Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt allerdings 6 Monate zu stillen. Diese 24 Wochen gelten also als Stichtag für den Beginn des Einführens von Brei. Da Theo wieder einmal gegen die überproportionale Gewichtszunahme zappelt – er ist so mit seinen Beinen am wurschteln, dass ich fest der Überzeugung bin, er wird später der nächste Michael Flatley bei #Riverdance -, sodass wir 2 Wochen eher entschlossen haben den Versuch zu wagen. Theo ist kein Kind mit Schwimmringen, hat keine Fettreserven und hat sich trotzdem super entwickelt. Und obwohl bei manchen Kindern die Notbremse gezogen wird, weil sie zu rund sind, wurde uns stets das Gegenteil beteuert.

Eine fremde Frau in der Tram: „Ach wie süß. Der ist aber noch klein! Wie alt ist er denn?“

Ich: „5 Monate!“

Die gleiche Frau in der Tram: „5 Monate? So sieht er aber nicht aus!“

Nein, so sieht er nicht aus. Ich habe etwas länger gebraucht, bis ich problemlos sagen konnte, dass er als Frühchen zur Welt kam und deswegen so klein ist. Oftmals hab ich mich gefühlt, als müsste ich mich rechtfertigen. Tipps von Fremden in der Tram, ich solle ihm doch trotz 30 Grad Socken anziehen mit dem Hinweis auf seine dünne Figur. „Wenn die Kinder so schmächtig sind, muss man Opfer bringen!“ Ich frage mich hierbei, wer das Opfer bringen soll. Er oder ich? Schließlich schwitze nicht ich, wenn er Socken an hat. Manchmal war ich nicht so vorbereitet und dickhäutig gegen Kritik, Sprüche von Fremden oder Ansichten anderer. An manchen Tagen ist so ein mütterlicher Schutzpanzer dünner als an anderen. Mir wurde geraten, ich solle einfach das runtergerechnete Alter sagen. Also stets 6 Wochen abziehen, wenn ich die Frage nach dem Alter beantworten will. Doch kam mir dies auch komisch vor. Mein Mann ist was das angeht pragmatischer. Mittlerweile ist mir das alles auch egal und ich denke das hat damit zu tun, dass ich nun sicherer bin mit den Dingen, die ich für mein Kind entscheide. Anfangs war ich stark verunischert und mir fehlte Hintergrundwissen, sodass mich diverse Aussagen stark beschäftigten.

Nichtsdestotrotz ist es einfach so: Theo ist dünner und kleiner als andere Babies in seinem Alter und ich finde ihn besonders niedlich. Da er aber gewichtstechnisch gern etwas aufholen kann, entschlossen wir uns in Kooperation mit der Stillberaterin, ihn bereits mit Beikost zu überraschen. Dabei setzt man sich aber nciht einfach hin und sagt „Ach ja, heute gebe ich meinem Kind mal Brei!“ Nein. Es gibt ein paar grundlegende Kriterien, die zeigen, ob und wann mein Kind reif dafür ist. So zum Beispiel sollten die Kids weitestgehend in der Lage sein, mit Unterstützung sitzen zu können. Gerade diese #Körperspannung begünstigt, dass der Brei den Weg nach unten findet und dem Kind am Ende nicht noch unnötig Ärger bereitet. Darüber hinaus wird empfohlen mit einem Gemüsebrei zum Mittag zu starten, gern ein Pastinakenbrei. Da dieser nun aber nicht unbedingt bekannt ist für seine hohe Anzahl an Kalorien, bekamen wir einen extra #Ernährungsplan. Theo sollte Kalorien zugeführt bekommen. Es wurde Zeit, dass seine Gewichtskurve einen Sprung nach oben macht.  Somit standen folgende Lebensmittel auf dem Speiseplan: Avocado zermatscht mit Olivenöl. Hirsebrei angerührt mit fetter Pre-Milch und verfeinert mit einem Löffelchen Mandelmus. Klingt nach Gourmet? Ist es auch.

Als wir das erste Mal die Avocado verfüttern wollten, kam mein Mann mittags extra nach Hause. Er wollte es nicht verpassen, wenn Theo das erste Mal etwas mit dem Löffel isst. Zu neugierig waren wir beide, wie unser Sohn darauf wohl reagieren wird. Vorab hatten wir den kleinen Esser bereits mit der Benutzung von Löffeln vertraut gemacht. Beim Frühstück beobachtet er stets, wie wir unser #Müsli verspeisten. Parallel bekam er seinen grünen Löffel in die Hand und durfte üben. Am Tag der eersten Avocado warimg_20180525_120624_081795899662.jpg dieser farblich passende grüne Löffel das erste Mal gefüllt. Etwas skeptisch beäugte er die Masse. Der Kopf wackelte stets hin und her und blieb nciht still an einem Punkt. Noch war ihm nicht klar, was auf ihn zukommen würde, sondern er genoss das Betrachten der Küche aus einer Sitzposition heraus. Als ich den Löffel langsam näher an seinen Mund führte, öffnet er diesen langsam und ich konnte den Brei an seiner Oberlippe enlanggleiten und im Mund verschwinden lassen. Ich mag mir gar nicht ausdenken, welche Gedanken ihm dabei durch den Kopf gingen. Ich stelle mir eine #Geschmacksexplosion vor. Vermutlich war es einfach nur komisch und neu und er wusste nicht so recht, was ihm geschieht. Oder was er davon halten sollte. Das einzige, was ganz deutlich erkennbar war: Er verzog nicht angeekelt das Gesicht, drehte den Kopf nicht weg oder fing an zu weinen. Er ließ sich nach diesem ersten Versuch noch weitere grüne Löffel mit grüner Masse in den Mund stecken und lutschte genüsslich daran rum.

fotor_152758956151747641794788.jpgAn den nächsten Tagen lief das Füttern immer besser. Bereits am zweiten Tag mit Avocadobrei nahm er den Löffel in die Hand und schob ihn selbst hastig in sich rein. Am vierten Tag testeten wir einen weiteren Geschmack: Hirsebrei mit Mandelmus. Die Avocado hat er gut vertragen, aber so ein Schüsselchen wie auf dem Bild oben hat er nicht aufgegessen. Irgendwann wurde er quengelig und wllte gestillt werden. Er hatte noch nicht verstanden, dass diese Masse im Bauch ebenso satt macht wie Muttermilch. Sogar noch länger. Am vierten Tag entschieden wir, ihm Hirsebrei und #Mandelmus zu geben. Es stellte sich schnell raus, dass das eindeutig mehr nach seinem #Geschmack war. Es dauere nicht lang und die 50g #Hirsebrei waren restlos aus dem Schüsselchen gekratzt und in seinem Bauch verschwunden. Es fiel ihm eindeutig leichter diese cremige Mase zu zerlutschen und runterzuschlucken, als die etwas stückig gebliebene Avocadopampe. Gemäß des Grundsatzes Essen mit allen Sinnen durften auch die Hände im Mund nicht fehlen. Nachdem ich seinen grünen Löffel mit cremefarbenr Masse in seineimg_20180529_123442414427535.jpgm Mund verschwinden ließ, tauchten die matschigen Finger hinterher und fühlten genau nach, wohin die Speise verschwand. Er hat bereits nach so wenigen Tagen Gefallen am Essen gefunden. Sobald ich ihn auf meinen Schoß setze und zum Füttern ansetze, quietscht er einmal vergnügt und wartet genüsslich auf seine Mahlzeit. Kein Kopfwackeln mehr. Kein Zappeln. Einfach bloß den Mund aufreißen und schmecken. Mit allen Sinnen.

Lost in Ratgeber-Dschungel!?

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Sobald man sich auch nur eine Frage bezüglich der #Kindererziehung und -entwicklung stellt, kann man Ratgeber über Ratgeber finden. Ein nicht enden wollender Dschungel an Nachschlagewerken, Erziehungsratgebern und Meinungsmachern bricht über die werdenden Eltern ein. Nicht zu vergessen die Tipps und Tricks, die man aus seinem Umfeld erhält. Wichtig ist dabei – wie ich finde – in der Masse der Angebote und Ratschläge zu filtern und genau die Information für sich selbst mitzunehmen, die man vertreten und umsetzen kann oder will. Doch nach welchen Kriterien geht man bei so einer Filterung vor??? Woher weiß ich denn, ob es sich um einen guten Ratgeber handelt oder nicht? Locken sie doch alle mit spannenden Titeln, die meinen Alltag als Mutti oder Vati erleichtern sollen. Und wie kann ich mich als Neu-Mutter scher sein, dass die Ratschläge der vorherigen Generation veraltet und heute nicht mehr ratsam in irer Anwendung sind? Ständig ist man dem Nachfragen ausgesetzt: Macht Dein Kind dies? Kann es denn schon das? Und die Frage aller Fragen: Schläft der Kleine schon durch? Muss er das denn??? Schön wäre es ja, das würde mir und meinem Defizit entgegen kommen. Wobei mit Hilfe meines Hormohaushaltes dieser Defizit gut gepolstert ist. Aber bleiben wir doch mal bei dem Thema. Schlaf! Und genau darauf bezogen: Schlaf-Lern-Bücher! Mein Exemplar: „Das Durchschlafbuch. Die sanfte Schlafkur für Dein Baby„. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich es noch nicht gelesen habe. Zu sehr war ich bisher mit anderen Ratgebern beschäftigt oder auch ganz bewusst nicht mit auch nur einem einzigen Ratgeber. In der Stillgruppe haben wir darüber gesprochen, dass zwei aus der Gruppe ein Buch lasen und sich dann mega schlecht fühlten aufgrund der Hinweise, die dort gegeben wurden.

Nicht im Elternbett schlafen lassen,
da sie sich sonst auf ihr Kind rollen und es erdrücken!

Viele Kinder sterben genau auf diese
Art und Weise in den ersten Lebensmonaten!

Wie soll man sich da noch beruhigt hinlegen, mit dem Würmchen direkt an der Brust, wenn einem suggeriert wird unverantwortlich zu handeln. Zu warm, zu weich, zu gefährlich.

Wenn Du Dein Kind bei Dir im Bett schlafen lässt,
dann wird es sich daran gewöhnen und dort nie mehr raus wollen!

Wie spannend ist doch die Vorstellung, dass wir irgendwann zwei Familien sind, die in unseren Bett leben und was wohl die Frau von meinem Sohn davon hält, dass sie mit ihren Schwiegereltern das Bett teilt?!

An dieser Stelle wird wohl deutlich, dass sich diese Verhaltensmuster wieder legen werden und nicht bis zum Ende des Lebens eines jeden Familienitgliedes alle in einem Bett schlafen. Und wenn doch, dann ist das die Entscheidung dieser einen Familie. Mein Mann und ich haben uns vor der Geburt unseres Sohnes darüber unterhalten, wie wir die Nächte handhaben wollen. Er hat ein Beistellbett designed und wir haben es gemeinsam gebaut. Wir waren uns einig, dass wir keine dauerhafte „Belagerung“ unseres Bettes haben wollen. Mit bei uns im Zimmer soll er sein, aber in seinem eigenen Bettchen. Heute, 5 Monate nach der Geburt, haben wir das Wissen, dass manche Nächte einfach so sind, dass wir zu dritt in einem Bett schlafen. Mal die ganze Nacht hindurch, manchmal auch nur am Morgen, wenn der Kleine langsam unruhiger wird und ich mir denke, dass etwas mehr Schlaf allen gut tut. Also hole ich ihn zum Kuchln zu uns ins Bett und bin somit sicher, dass wir das Aufwachen so noch etwas hinauszögern können. Und auch wenn wir anfangs gegen das Konzept eines Familienbettes sprachen, so genießen wir es heute beide, wenn er ab und zu bei uns im Bett schläft. Vor allem dann, wenn es ihm nicht gut geht und er unsere Nähe braucht. Und sobald dies überstanden ist, sind wir froh, uns auch mal wieder unbeschwert im Btt hin und her drehen zu können, ohne dass Theo neben uns liegt und womöglich erdrückt werden könnte. (Übrigens standen die Eltern, die ihre Kinder im Schlaf erdrückten, oftmals unter dem Einfluss von bewusstseins verändernden Mitteln. Dieser Teil wird bei den Statistiken oftmals nicht erwähnt!)

Und wie ich mich nun durch ein paar meiner Werke durchgekämpft habe bzw. auch noch vorhabe, etwas mehr aus ihnen zu lesen, ist mir ein neues Buch in die Hände gefallen: „Artgerecht. Das andere Baby-Buch“. Nichts liegt mir ferner, als hier für irgend etwas Werbung zu machen. Und doch war es interessant, mal noch ein paar andere Ansätze zu lesen. Diese buch räumt mit Ammenmärchen auf, die jede von uns auf ihrem Weg als Mutter an den Kopf geschmettert bekommt. Es gibt Einblicke in die Bereiche Schlafen, Tragen und Stillen. Es merkt an, was sich hinter artgerechter Betreuung verbirgt und hat mir nochmal eine andere Perspektive im Blick auf die Lebensbereiche meines Sohnes ermöglicht. In diesem Sinne hoffe ich für Euch, dass Ihr gut filtern könnt und Euch nicht verunsichern lasst, wenn andere berichten wie toll, lang und selbständig ihre Kinder schlafen und deines scheinbar als einziges den ganzen Tag getragen, gestillt und versorgt werden möchte. Selbst nachts, wenn es quer auf Deinem Bauch liegt und genüsslich vor sich hin schnarcht.

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Manchmal kommt es anders…

Als ich schwanger wurde, waren mir einige Dinge, die damit zusammenhängen, die auf mich zukommen könnten, nicht klar. Erst im Laufe der Zeit lernte ich, was alles dahinter steckt, was dazu gehört und wie das alles so sein kann bzw. in meinem Fall sein wird. Zum Beispiel bin ich stets davon ausgegangen, dass man – sobald man schwanger ist – keine Blutungen mehr hat. Und sobald man blutet, gleicht das quasi einem #Schwangerschaftsabbruch. Umso erschrockener waren mein Mann und ich, als ich eines Tages, nachdem wir bereits einen Teil der Familie eingeweiht hatten, Blutungen hatte. Traurig über den Verlust gingen wir am kommenden Tag zum Frauenarzt, um die Befürchtung bestätigen zu lassen. Wir haben uns bereits innerlich davon verabschiedet, dass unser Vorhaben gleich beim ersten Versuch geklappt haben sollte. Als der Arzt schließlich sagte, mit unserer kleinen Beere sei alles in Ordnung, konnten wir es kaum glauben. Noch ein zweites Mal hatte ich #Zwischenblutungen und ging, da ich nicht bis zur Sprechstunde meines Arztes am nächsten Tag warten wollte, ins nahegelegene Krankenhaus. Dort wurde ich direkt stationär aufgenommen und bekam homöopathische Medikamente, die die Gebärmutter beruhigen sollten und die Schwangerschaft mit mehr Ruhe weiterführen ließen. Auch gab man mir Medikamente, die mich beruhigen sollten. So ganz klar war mir das nicht, den ich empfand mich als wenig aufgeregt. Aber gut, ich blieb also 3 Nächte auf Station und wurde intensiv beobachtet. Man stellte fest, dass mejn Gebärmutter eine Zwischenwand habe und das Baby nur auf einer Seite wächst. Die andere war voll mit blutigen Gewebe, welches nach und nach abblutete. Als ich schließlich ein drittes Mal Blutungen hatte, war ich beruhigt, denn ich wusste woher das kommt und hatte Vertrauen in meinen Körper. Und so plötzlich wie sie kamen, gingen sie auch wieder. Irgendwann war beim Ultraschall zu erkennen, dass diese Zweiteilung nicht mehr vorhanden ist und sich das #Baby nun in der kompletten Gebärmutter ausbreitet. Avon da an konnte ich die Zeit komplett genießen. Da ich in der Straßensozialarbeit tätig war, erhielt ich von Anfang an ein Beschäftigungsverbot. Zu unsicher war, mit welchen Krankheiten ich stets in Kontakt kommen würde. Somit war ich ab Juni zu Hause, die Entbindung war Ende Januar angesetzt. Richtig viel Zeit also. Ich nutzte genau diese zum Reisen. Ich besuchte Freunde in ganz Europa und fuhr mit meinem Mann in den Urlaub. Ich dachte mir, dass ich nie wieder in meinem Leben so viel Zeit haben würde, also musste ich den Moment genau jetzt nutzen.

So unwissend – bezogen auf mögliche Begleiterscheinungen – meine Schwangerschaft startete, so endete sie auch. Sechs Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin merkte ich etwa 22 Uhr ein ziehen im Unterbauch und ging stark davon aus, dass es sich hierbei um Senk- oder #Übungswehen handelte. Ohne mir weiter darüber Gedanken zu machen, nahm ich instinktiv meine Wärmflasche mit ins Bett und schlief ein. Gegen 5 Uhr morgens wurden die Schmerzen langsam unangenehm und drückten mir auf die Blase. Ich nahm das kommentarlos hin, denn ich hatte ja noch Zeit bis zur eigentlichen Entbindung. Noch eine weitere Stunde später wurde ich jedoch langsam unsicher und rief meine Hebamme an. Ich sagte ihr, dass meine Übungswehen schmerzten und mich dies überrascht. In der Aufregung habe ich eindeutig vergessen zu erwähnen, dass sich diese in regelmäßigen Abständen bemerkbar machen und an Intensität zunehmen. Sie empfahl mir auf Basis meiner Angaben, ich solle ins Krankenhaus fahren, um mich untersuchen zu lassen. Sie riet mir zu einem CTG, bei dem Wehentätigkeit uns Herztöne des Kindes untersucht werden.

Mit einem ungewollten Stoß gegen das Bett riss ich meinen Mann aus dem Schlaf. Als ich dann noch sagte: „Wir müssen ins Krankenhaus!“, war er sichtlich nervös und stolperte verschlafen aus dem Bett. Ab dem Moment schoss Adrenalin bei mir ein. Irgendwas stimmt nicht und wir müssen ins Krankenhaus, dachte ich mir. Meine Hose anzuziehen wurde zu einer komplizierten Aufgabe. Zu stark wurde das Ziehen im Unterbrauch, sodass ich kaum die Beine heben und in die Hose einsteigen konnte. Es dauerte gefühlt ewig bis wir endlich aus dem haus kamen. Dabei spielte sich von nun an alles sehr schnell ab:

06:00 Anruf bei der Hebamme

06:05 Sergio wecken

06:20 Hose anziehen, Wasserflasche füllen

06:30 Taxi gerufen, es kommt jemand in 15 min

06:45 eine holprige Taxifahrt über Pflastersteine

06:50 Ankunft im Krankenhaus

06:55 auf der Wochenstation angekommen

07:00 Vorsprechen bei den Hebammen

07:05 (vergebliches) Positionieren des CTG

07:08 die Hebamme sagt, dass das Baby kommt…

Unfassbar! Es war viel zu früh, das durfte nicht sein. Aber wie ich schon die erste Presswehe spürte blieb mir wohl keine andere Wahl, als mit der Hebamme in den Kreißsaal zu wechseln. Die folgenden 25 Minuten vergingen rasch und hinterlassen ein Gefühl der Unwirklichkeit!

07:33 Theo ist geboren, 46cm, 2200g

Noch ziemlich benebelt vom eben Erlebten schrieben wir unseren Familien „Wir haben einen Theo!“. Mehr konnten wir nicht sagen. Mehr wussten wir nicht. Man trennte sofort die Nabelschnur und nahm ihn mit. Nicht einen Blick konnten wir erhaschen. Nur ein kräftiges Schreien, mehr blieb uns nicht. Wir hatten keine Informationen zu Gewicht und Größe. Wir blieben mindestens 30min unwissend und versetzten unsere Familien gleichzeitig in Schock über das, was eben passiert war. Normalerweise schickt man ein Foto und die jeweiligen Maße. Doch wir hatten nichts dergleichen. Nur einen Namen und die Gewissheit, dass es unserem Baby gut geht, denn das wurde uns mehrfach bestätigt.

Nach geraumer Zeit brachte man uns Theo ans Bett im Kreißsaal, bevor er in ein anders Krankenhaus überführt wurde. Dort, wo wir uns befanden, gab es keine Neonatologie, eine spezielle Station für Frühchen. Etwas später wurden auch wir in das andere Krankenhaus transportiert und konnten endlich zu unserem Schatz. Ein erstes Beschnuppern gab es im Kreißsaal, doch nun konnten wir kuscheln und uns richtig kennenlernen. Zwei Wochen blieb er im Krankenhaus, bevor wir ihn am ersten Januar 2018 mit nach Hause nehmen durften. „Wir haben einen Theo“ – seitdem jeden Tag an unserer Seite!!

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