Lost in Ratgeber-Dschungel!?

img_20180524_163536_1291104735587.jpg

Sobald man sich auch nur eine Frage bezüglich der #Kindererziehung und -entwicklung stellt, kann man Ratgeber über Ratgeber finden. Ein nicht enden wollender Dschungel an Nachschlagewerken, Erziehungsratgebern und Meinungsmachern bricht über die werdenden Eltern ein. Nicht zu vergessen die Tipps und Tricks, die man aus seinem Umfeld erhält. Wichtig ist dabei – wie ich finde – in der Masse der Angebote und Ratschläge zu filtern und genau die Information für sich selbst mitzunehmen, die man vertreten und umsetzen kann oder will. Doch nach welchen Kriterien geht man bei so einer Filterung vor??? Woher weiß ich denn, ob es sich um einen guten Ratgeber handelt oder nicht? Locken sie doch alle mit spannenden Titeln, die meinen Alltag als Mutti oder Vati erleichtern sollen. Und wie kann ich mich als Neu-Mutter scher sein, dass die Ratschläge der vorherigen Generation veraltet und heute nicht mehr ratsam in irer Anwendung sind? Ständig ist man dem Nachfragen ausgesetzt: Macht Dein Kind dies? Kann es denn schon das? Und die Frage aller Fragen: Schläft der Kleine schon durch? Muss er das denn??? Schön wäre es ja, das würde mir und meinem Defizit entgegen kommen. Wobei mit Hilfe meines Hormohaushaltes dieser Defizit gut gepolstert ist. Aber bleiben wir doch mal bei dem Thema. Schlaf! Und genau darauf bezogen: Schlaf-Lern-Bücher! Mein Exemplar: „Das Durchschlafbuch. Die sanfte Schlafkur für Dein Baby„. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich es noch nicht gelesen habe. Zu sehr war ich bisher mit anderen Ratgebern beschäftigt oder auch ganz bewusst nicht mit auch nur einem einzigen Ratgeber. In der Stillgruppe haben wir darüber gesprochen, dass zwei aus der Gruppe ein Buch lasen und sich dann mega schlecht fühlten aufgrund der Hinweise, die dort gegeben wurden.

Nicht im Elternbett schlafen lassen,
da sie sich sonst auf ihr Kind rollen und es erdrücken!

Viele Kinder sterben genau auf diese
Art und Weise in den ersten Lebensmonaten!

Wie soll man sich da noch beruhigt hinlegen, mit dem Würmchen direkt an der Brust, wenn einem suggeriert wird unverantwortlich zu handeln. Zu warm, zu weich, zu gefährlich.

Wenn Du Dein Kind bei Dir im Bett schlafen lässt,
dann wird es sich daran gewöhnen und dort nie mehr raus wollen!

Wie spannend ist doch die Vorstellung, dass wir irgendwann zwei Familien sind, die in unseren Bett leben und was wohl die Frau von meinem Sohn davon hält, dass sie mit ihren Schwiegereltern das Bett teilt?!

An dieser Stelle wird wohl deutlich, dass sich diese Verhaltensmuster wieder legen werden und nicht bis zum Ende des Lebens eines jeden Familienitgliedes alle in einem Bett schlafen. Und wenn doch, dann ist das die Entscheidung dieser einen Familie. Mein Mann und ich haben uns vor der Geburt unseres Sohnes darüber unterhalten, wie wir die Nächte handhaben wollen. Er hat ein Beistellbett designed und wir haben es gemeinsam gebaut. Wir waren uns einig, dass wir keine dauerhafte „Belagerung“ unseres Bettes haben wollen. Mit bei uns im Zimmer soll er sein, aber in seinem eigenen Bettchen. Heute, 5 Monate nach der Geburt, haben wir das Wissen, dass manche Nächte einfach so sind, dass wir zu dritt in einem Bett schlafen. Mal die ganze Nacht hindurch, manchmal auch nur am Morgen, wenn der Kleine langsam unruhiger wird und ich mir denke, dass etwas mehr Schlaf allen gut tut. Also hole ich ihn zum Kuchln zu uns ins Bett und bin somit sicher, dass wir das Aufwachen so noch etwas hinauszögern können. Und auch wenn wir anfangs gegen das Konzept eines Familienbettes sprachen, so genießen wir es heute beide, wenn er ab und zu bei uns im Bett schläft. Vor allem dann, wenn es ihm nicht gut geht und er unsere Nähe braucht. Und sobald dies überstanden ist, sind wir froh, uns auch mal wieder unbeschwert im Btt hin und her drehen zu können, ohne dass Theo neben uns liegt und womöglich erdrückt werden könnte. (Übrigens standen die Eltern, die ihre Kinder im Schlaf erdrückten, oftmals unter dem Einfluss von bewusstseins verändernden Mitteln. Dieser Teil wird bei den Statistiken oftmals nicht erwähnt!)

Und wie ich mich nun durch ein paar meiner Werke durchgekämpft habe bzw. auch noch vorhabe, etwas mehr aus ihnen zu lesen, ist mir ein neues Buch in die Hände gefallen: „Artgerecht. Das andere Baby-Buch“. Nichts liegt mir ferner, als hier für irgend etwas Werbung zu machen. Und doch war es interessant, mal noch ein paar andere Ansätze zu lesen. Diese buch räumt mit Ammenmärchen auf, die jede von uns auf ihrem Weg als Mutter an den Kopf geschmettert bekommt. Es gibt Einblicke in die Bereiche Schlafen, Tragen und Stillen. Es merkt an, was sich hinter artgerechter Betreuung verbirgt und hat mir nochmal eine andere Perspektive im Blick auf die Lebensbereiche meines Sohnes ermöglicht. In diesem Sinne hoffe ich für Euch, dass Ihr gut filtern könnt und Euch nicht verunsichern lasst, wenn andere berichten wie toll, lang und selbständig ihre Kinder schlafen und deines scheinbar als einziges den ganzen Tag getragen, gestillt und versorgt werden möchte. Selbst nachts, wenn es quer auf Deinem Bauch liegt und genüsslich vor sich hin schnarcht.

fotor_152673489473791612114902.jpg

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s