Vorbereitung ist alles: Wie plane ich meine Reise in Familie?

Langsam kehrt etwas Ruhe bei uns ein. Die letzten Handgriffe, um unsere neue Wohnung für uns so richtig perfekt zu machen, fehlen noch. Aber es ist beinah alles an seinem Platz und wir sind bereit Besuch zu empfangen. Damit ist es langsam an der Zeit unseren herannahenden Urlaub zu planen. Die grundlegenden Vorbereitungen sind bisher schon gelaufen: wir haben den Zeitpunkt für die Reise festgelegt und die Tickets gebucht. Ich habe hier mal in paar grundlegende Fragen gesammelt, die man sich bei jeder Reise stellen muss, besonders dann, wenn Kinder dabei sind.

Wie entscheidet man sich für einen Zeitraum?

Da wir weder an Schulzeiten noch Urlaubstage gebunden sind, war für uns dabei eines klar: wir legen den genauen Reisezeitraum in Abhängigkeit vom Preis fest. Irgendwann im März – nachts beim Stillen – habe ich die Flugpreise gesehen und bin fast ohnmächtig geworden. Es war sooo billig, dass wir dringend buchen mussten. Ich habe aufgeregt Sergio angestupst, welcher ja nur im Halbschlaf realisierte, was ich ihm sagen wollte. Am nächsten Morgen sagte er zu mir: „Ich habe heute Nacht geträumt, Du hast unsere Flugtickets gekauft!“ So viel ist also von meiner unglaublichen Entdeckung hängen geblieben: ich hatte Tickets für 400 Euro pro Person gefunden (hin und zurück zusammen!!)… Nunja, unser Plan war, Theos Geburtstag in Chile zu feiern. Da der geplante Entbindungstermin Ende Januar war, wollten wir entspannt Weihnachten dort verbringen, anschließend nach Silvester etwas reisen und zum Geburtstag zurück bei den Schwiegereltern eintrudeln, um mit ihnen gemeinsam den ersten Geburtstag zu feiern. Schlussendlich kam alles anders. Der junge Mann ist 6 Wochen eher zur Welt gekommen und wir feiern den ersten Geburtstag demnach mal eben eine Woche vor Weihnachten. Somit mussten wir unseren Reisezeitraum etwas abändern. Mit so viel Flexibilität kann man schlussendlich frei entscheiden und schauen, wann die Reise besonders günstig ist.

Wie reist man am besten mit Baby?

Diese Frage kann in unserem Fall dieses Mal schnell beantwortet werden: wir fliegen. Da unser Hauptziel definitiv Chile sein wird, fallen Reiseoptionen mit dem Auto und dem Schiff weg. Das eine, weil es keinen Sinn machen würde und das andere, weil es zu lang dauert. Da meine Schwiegereltern in Chile leben und wir diese besuchen wollen, bleibt uns also nur der Langstreckenflug mit Baby übrig.

Bei so einem langen Flug muss man sich überlegen, ob man einen Sitz für das Kind mitbucht oder nicht. Da Theo bei Hin- und Rückreise knapp ein Jahr alt sein wird, kann man, reist er auf dem Schoss mit, das Geld für ihn als Passagier einsparen. Man muss sich nur genau überlgen, ob man das möchte. Ich habe in den letzten Tagen mal etwas auf der Seite kidsaway.de gelesen. Dort gibt es einige Beiträge zum Them Flugreisen udn sie verweisen auch darauf, dass man mit Kindern sicherer fliegt, bucht man einen extra Sitz und bringt den Maxi Cosi oder ähnliches mit. Klar sitzt jedes Kind darin sicherer und fester als auf dem Schoss der Eltern. Und doch haben wir uns entschieden, dass wir dieses Mal den billigeren, aber nicht besseren Weg nehmen. Wir fliegen ziemlich lang (nämlich mindestens 18 Stunden) und sich dabei Tag und Nacht einen unbequemen Sitz zu teilen, ist nicht gerade einladend. (An dieser Stelle sei kurz erwähnt, dass selbst Langstreckenflüge nicht viel bequemer und größer sind in ihrer Ausstattung, als eine Maschine von RyanAir!)

Wie macht man das also, dass das Kind auf diese Art und Weise mitreist? Wir haben die Tickets für uns beide gekauft und angegeben, dass wir mit Baby reisen. Anschließend haben wir bei der Fluggesellschaft angerufen (in unserem Fall AirFrance) und ihn direkt angemeldet. Sie haben uns etwa 40 Euro vom Konto abgezogen und schon darf er mitreisen. Des Weiteren haben wir beschlossen, dass wir ein Bettchen buchen möchten. Für den Fall, dass Theo dies annimmt, kann er auf den jeweiligen langen Strecken zwischen Santiago de Chile und Paris in einem Bettchen liegen, welches vor uns in der Wand eingehakt wird. Auch hier verweisen kidsaway.de darauf, dass man bei einzelnen Turbulenzen das Kind stets aus dem Bett nehmen und festhalten müsste. Auf einem eigenen Sitz angeschnallt wäre dies nicht unbedingt nötig, wobei ich mir vorstellen kann, dass die Kids bei starken Turbulenzen auch ungern auf ihrem Platz sitzen bleiben wollen. Ein weiterer Contra-Punkt ist, dass manchmal kurz vor Abreise die Plätze nochmal anders verteilt werden und wir aufgrund irgendeines Notfalls doch nicht die Stelle mit dem Bettchen bekommen. Aber die Wahrscheinlichkeit ist da und wir probieren das mal auf – um am Ende hier davon zu berichten 🙂

Was muss man auf Reisen beachten?

Wir haben vorher lang hin und her überlegt. Ich war, nachdem ich 1 Jahr in Chile gelebt habe, bereits noch zwei weitere Male dort. Und ich weiß, dass ich auch in Zukunft noch sehr oft dort sein werde. Demnach ist mir immer wieder wichtig, dass ich auch noch andere Länder kennenlernen kann. Beim letzen Mal sind wir auf dem Rückweg in Sao Paulo ausgestiegen und haben ein paar wundervolle Tage auf Ilhabela verbracht. Einfach herrlich. Dieses Mal mit Theo gemeinsam etwas zu finden war gar nicht so einfach. Die umliegenden Länder sind durch die Anden sehr hoch gelegen oder im Falle von Argentinien für Sergio durchaus uninteressant. Wir haben hin und her überlegt, wie wir es machen können: Peru oder Ecuador? Wäre Bolivien eine Option? Kolumbien ist zu weit weg und damit zu teuer für einen Trip dorthin. Alle anderen Länder sind ebenso nur teuer zu erreichen. Beim Check der Flugpreise kam letztendlich nur Peru in Frage, um die Urlaubskasse nicht unnötig zu belasten. Bei Höhenmetern von über 2000m und der Regenzeit bei unserer Abwesenheit macht es das jedoch nicht unbedingt attraktiv. Oft haben wir gelesen, dass Babies und Kleinkinder die Höhe gut vertragen. Wir wissen jedoch, dass Sergio das nicht tut. In Bolivien 2013 ging es ihm eine Nacht so schlecht, dass ich drauf und dran war, den Notarzt zu rufen. Sofern es also einem von uns nicht gut geht, wollte ich gern selbständig sein und umkehren können, wenn es nicht geht. Das klappt aber nicht, wenn man mit einem Reisebus unterwegs ist. Da die Flüge am günstigsten sind, würden wir in den Norden Chiles fliegen und dann mit dem Auto übersetzen, zogen wir auch diese Variante in Betracht. Doch keine Autovermietung erlaubt, dass man mit chilenischem Kennzeichen nach Peru, Bolivien oder einem anderen Land fährt. Auch der Gedanke nach Bolivien zu fliegen und insbesondere das Paradies „isla del sol“ zu besuchen, wurde von uns wieder verworfen, da wir hätten Campingausrüstung mitbringen müssen. Wir reisen so schon mit ausreichend Gepäck für die Zeit, sodass wir darauf gern verzichten wollten.

Wie rum wir es auch drehten, es sah schlecht aus, dass sich mein Wunsch nach dem Kennenlernen eines anderen Landes, erfüllen würde. Nun haben wir uns so geeinigt, dass wir in Chile mit dem Auto unterwegs sein werden und ein paar Tage von der südlichsten Stadt aus rüber fahren nach Argentinien und dort in Feuerland unterwegs sind. Darauf freue ich mich ganz besonders, denn als ich Bilder von dort gesehen habe, war ich sofort interessiert. Nun müssen wir zu unserer Sommergarderobe also noch dicke Jacken packen, denn dort kann es richtig kalt werden. Aber da wir hier im Winter starten und landen, sind wir eh gut ausgestattet.

Was gehört in die Reisetasche bzw. was haben wir bisher?

Zu allererst ein Reisepass. Und das für uns alle drei. Ich habe nachgelesen und gelernt, dass man für Reisen in die USA auch für Kinder einen normalen Reisepass benötigt. Sonst ist ein Kinderreisepass ausreichend. Sofern man über die USA nach Chile fliegt, sind zwar die Flüge billiger, aber die Abfertigung ist anstrengender, bis man endlich weiterreisen darf. Demnach haben wir nie den Weg über Nordamerika gewählt, sondern stets mit Zwischenlandung in Europa und/oder Brasilien. Am meisten lächel ich heute noch über das biometrische Passbild, welches von meinem 6 Monate alten Sohn gemacht wurde. Dieses haftet nun in einem Kinderreisepass (der übrigens direkt ausgestellt und mir nach dem Bezahlen von 13 Euro sofort überreicht wurde) für die nächsten 6 Jahre. Am Rande sei hier erwähnt, dass wir beim Buchen der Übersee-Flüge nicht nach irgendwelchen Passdaten gefragt wurden. Als wir jedoch einen Inlandsflug buchen wollten, hingen wir an der Eingabe von Theos Passdaten fest. Den hatten wir nämlich noch nicht beantragt und konnten folglich nicht buchen.

Wechselkleidung. Da wir bei den Schwiegereltern stets einen festen Hafen haben, können wir auch entspannt Wäsche waschen. Wir müssen also nicht so unglaublich viel mitnehmen.

Theoretisch sollte man an Kinderwagen, Kindersitz und Trage denken. Wir lassen die ersten beiden daheim, da auch hier unsere Kontakte in Chile aushelfen und wir beides geliehen bekommen für die Zeit.

Hausapotheke. Was da alles reingehört bespreche ich dann nochmal mit dem Kinderarzt. Für uns Erwachsene nehme ich nie etwas spezielles mit. Wenn ich jetzt mit Theo weg fahre, dann habe ich stets z.B. Kümmelzäpfchen, Fieberzäpfchen, seine Zahnkügelchen, Nasenspray und Bäuchlein-Öl dabei. Ich habe noch nie etwas davon gebraucht, war aber vergangenes Wochenende bei 30 Grad im Schatten und einer Vollsperrung auf der Autobahn beruhigt, dass wir mit Hilfe von Feuchttüchern den glühenden Kopf etwas runterkühlen konnten.

An dieser Stelle setze ich erstmal einen Punkt. Wir haben noch etwas Zeit, bis es dann wirklich richtig losgeht und diese können wir gut für die Vorbereitungen nutzen. Als nächstes steht an, dass ich mir einen neuen Koffer oder Rucksack zulege.